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24. Oktober 2026

Glattzentrum plant Solarband an der Südfassade zur A1

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Grafik: Shopping Center Forum · Foto: Ank Kumar / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Das Glattzentrum in Wallisellen will seine Südfassade zur Stromquelle machen: 847 transparente Glasmodule vor den Parkdecks sollen jährlich rund 400’000 Kilowattstunden liefern. Die Pläne liegen noch bis zum 11. November öffentlich auf.

Wer auf der A1 an Wallisellen vorbeifährt, kennt die Südseite des Glattzentrums: helle Betonbrüstungen, Parkdeck über Parkdeck, ein Stück Siebzigerjahre im Alltagsverkehr. Genau dort soll es bald schimmern. Die Eigentümerschaft will die Fassade zur Kraftquelle machen, wie die öffentliche Bauausschreibung der Stadt Wallisellen zeigt.

Warum die Wand und nicht das Dach

Das grosse Flachdach wäre der naheliegende Ort für eine Solaranlage, doch es bleibt frei. Die Substanz aus der Entstehungszeit ist zu schwach und muss ohnehin saniert werden. Also geht die Technik in die Senkrechte.

Die Anlage besteht aus 847 durchsichtigen Modulen mit doppelter Verglasung, die in Metallrahmen gefasst und direkt vor den Lüftungsschlitzen der Parkdecks montiert werden. Von der Autobahn aus entsteht ein ruhiges, waagrechtes Band, und ins Innere fällt weiterhin Licht. Die Anlage soll jährlich rund 400’000 Kilowattstunden erzeugen, die das Center unmittelbar selbst verbraucht. Gemessen am Energiehunger eines so grossen Einkaufszentrums ist das ein bescheidener Beitrag. Dafür geht jede Kilowattstunde ohne Umwege in den eigenen Betrieb.

Lehre aus dem Scheitern von 2023

Der Entwurf ist die Antwort auf einen misslungenen ersten Versuch. 2023 sollten tiefschwarze Panels direkt auf die hellen Betonbrüstungen der Parkhäuser geschraubt werden. Gegen das Vorhaben stellten sich sowohl das Bauamt als auch der Zürcher Heimatschutz, weil das 1975 eröffnete Center inzwischen als schützenswertes Zeugnis der Schweizer Konsumgeschichte betrachtet wird. Die neue Lösung verdeckt den Waschbeton nicht, sondern setzt sich davor und bewahrt so den Charakter der Siebzigerjahre. Ob sie gebaut wird, entscheidet sich bald: Die Planauflage läuft bis zum 11. November.

Vom Migros-Haus zu Swiss Life

Lange war das Glattzentrum fest in der Hand der Migros. Als Mitbeteiligte der ersten Stunde brachte sie das Center später vollständig in ihren Besitz, und zwar von den früheren Partnern Globus und Jelmoli. Im Jahr 2020 verabschiedete sich die Migros aus dem Geschäft, weil sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollte. Das Interesse am Verkauf war gross. Glatt-Chef Rageth Clavadetscher berichtete damals von diversen Anfragen; gemeldet hätten sich auch Geschäftsleute aus dem arabischen Raum. Den Zuschlag erhielt der Versicherer Swiss Life, der heute Eigentümer ist.

Für die Branche zeigt der Fall, wie sich Energiewende und Denkmalschutz bei Bestandsbauten verbinden lassen, wenn Dach und Substanz nicht mitspielen. Fassaden und Parkdecks rücken als Energieflächen ins Blickfeld. Das passt zum Thema «Metamorphosis» des 20. Shopping Center Forum Switzerland am 20. Mai 2027 im Radisson Blu Hotel, Zurich Airport.

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