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6. März 2026

Shopping-Center in Deutschland: Services im Wandel und neue Mixed-Use-Konzepte

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Eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute zeigt, wie sich Shopping-Center in Deutschland an neue Marktbedingungen anpassen. Betreiber reagieren zunehmend auf veränderte Konsumgewohnheiten, steigenden Wettbewerbsdruck und strukturelle Veränderungen im Detailhandel. Dabei rücken neue Services, Mixed-Use-Konzepte und eine flexiblere Flächennutzung stärker in den Fokus.

Auch wenn sich die Untersuchung auf Deutschland bezieht, liefern die Ergebnisse interessante Einblicke für die gesamte Shopping-Center-Branche – und damit auch für Betreiber, Investoren und Center-Manager in der Schweiz.

Stabilisierung beim Mietvolumen – aber weiterhin unterschiedliche Entwicklungen

Nach mehreren Jahren mit rückläufigen Einnahmen zeigt sich in Deutschland eine leichte Stabilisierung beim Mietvolumen vieler Shopping-Center. Laut Studie berichten rund 34 Prozent der Center von steigenden Mieteinnahmen, während etwa ein ähnlich großer Anteil weiterhin Rückgänge verzeichnet.

Im Vergleich zu 2024, als noch über die Hälfte der Center sinkende Einnahmen meldeten, deutet dies auf eine gewisse Erholung hin. Dennoch bleiben die Entwicklungen uneinheitlich. Häufig entstehen Rückgänge durch niedrigere Mieten bei Neuvermietungen oder durch Anpassungen bestehender Mietverträge.

Die Studie zeigt damit deutlich, dass sich der Markt zwar stabilisiert, strukturelle Herausforderungen jedoch weiterhin bestehen.

Serviceangebote verändern sich deutlich

Shopping-Center waren lange durch ein breites Serviceangebot geprägt – doch auch hier zeichnet sich ein Wandel ab. Klassische Angebote verlieren zunehmend an Bedeutung.

Infopoints sind beispielsweise nur noch in rund 30 Prozent der Center vorhanden. Auch digitale Angebote wie Center-Apps, Kundenkarten, kostenloses WLAN oder Gutscheinsysteme werden teilweise weniger stark genutzt als in der Vergangenheit.

Gleichzeitig gewinnen neue Services an Bedeutung, die stärker auf den Alltag der Besucher ausgerichtet sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Paketstationen für Online-Bestellungen
  • E-Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Diese Angebote spiegeln veränderte Konsumgewohnheiten wider und verbinden stationären Handel stärker mit digitalen Einkaufswelten.


Diese Entwicklungen sind auch Thema am Shopping Center Forum 2026

Die Transformation von Shopping-Centern – von klassischen Handelsstandorten hin zu multifunktionalen Erlebnis- und Serviceorten – gehört zu den zentralen Diskussionsthemen der Branche.

Genau diese Entwicklungen stehen auch im Fokus des Shopping Center Forum 2026, dem wichtigsten Branchentreffen der Schweizer Shopping-Center-Industrie. Vertreter aus Retail, Center Management, Immobilienwirtschaft und Dienstleistungsunternehmen diskutieren dort aktuelle Trends, Herausforderungen und Zukunftsstrategien.

Dabei geht es unter anderem um Themen wie:

  • Zukunft der Shopping-Center im Zeitalter des E-Commerce
  • Neue Serviceangebote für Besucher
  • Mixed-Use-Konzepte und alternative Flächennutzungen
  • Besucherfrequenzen, Vermietungsstrategien und Retail-Trends

Weitere Informationen zum Event und zur Teilnahme finden Interessierte unter:
👉 https://www.sc-forum.ch/de/


Mixed-Use wird wichtiger

Ein weiterer Trend in Deutschland ist die zunehmende Integration von Mixed-Use-Konzepten. Rund jedes fünfte Shopping-Center plant laut Studie, Teile der klassischen Retailflächen umzunutzen.

Statt reiner Handelsflächen entstehen verstärkt Angebote für:

  • Büros und Arbeitsflächen
  • Gesundheitsdienstleister
  • Freizeit- und Erlebnisangebote

Zwar sehen aktuell rund 71 Prozent der Center keinen unmittelbaren Bedarf, ihre Verkaufsflächen zu reduzieren. Dennoch wächst der Anteil gemischter Nutzungen kontinuierlich. Für Betreiber wird es damit wichtiger, Center als multifunktionale Orte zu positionieren.

Leerstände auf neuem Normalniveau

Auch beim Thema Leerstände zeigt sich eine strukturelle Veränderung. Vor der Pandemie lag der Leerstand in den meisten deutschen Shopping-Centern bei unter fünf Prozent. Heute erreicht nur noch etwa die Hälfte der Center diesen Wert.

Rund 47 Prozent der Center liegen inzwischen darüber, was darauf hindeutet, dass sich ein neues Marktgleichgewicht etabliert hat. Neben der allgemeinen Marktentwicklung spielen dabei auch strategische Anpassungen bei der Flächennutzung und beim Vermietungsmanagement eine Rolle.

Entwicklungen mit Signalwirkung für die Branche

Die Ergebnisse der deutschen Studie zeigen deutlich, wie sich Shopping-Center an neue Rahmenbedingungen anpassen müssen. Services verändern sich, Nutzungskonzepte werden flexibler und die Rolle des klassischen Retail-Standorts entwickelt sich weiter.

Auch wenn sich die Untersuchung auf Deutschland bezieht, spiegeln viele Trends Entwicklungen wider, die in zahlreichen europäischen Märkten – und zunehmend auch in der Schweiz – diskutiert werden.

Shopping-Center entwickeln sich damit immer stärker zu multifunktionalen Orten, die Einkauf, Dienstleistungen, Freizeit und Alltag miteinander verbinden.

Schwerpunktthema

EMOTION ECONOMY

Die Kunst, sich zu wandeln und zu berühren

19. Schweizer Fachkongress für die Shopping Center Industrie und für Professionals der Einzelhandelsimmobilienbranche am Donnerstag, 7. Mai 2026.

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